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18.07.2019

Von: Wolfgang Lenders

Tarifrunde feinkeramische Industrie West

Abschluss: 4,8 Prozent mehr für Beschäftigte

Am Abend kam der Durchbruch: Nachdem sich die dritte Verhandlungsrunde für die feinkeramische Industrie West den Tag über hingezogen hatte, stimmte die Tarifkommission der IG BCE dem Vorschlag zu, den die Verhandlungskommission mit den Arbeitgebern ausgehandelt hatte. 

Tarifeinigung Feinkeramik Nach der Tarifeinigung: IG-BCE-Verhandlungsführer Hans-Joachim Gerloff (l.) und Reinhard Volk, der Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite.

Zu Beginn der Verhandlungsrunde hatte die IG BCE noch einmal richtig Druck gemacht und den Arbeitgebern die Unterschriften von rund 4000 Mitgliedern übergeben, die die Forderung der Tarifkommission unterstützten.

Der Abschluss kann sich sehen lassen: Das Entgelt für die 20.000 Beschäftigten in der feinkeramischen Industrie West steigt ab dem 1. September 2019 bzw. in einigen Betrieben ab dem 1. Oktober um 3,1 Prozent. Zum 1. Dezember 2020 bzw. 1. Januar 2021 steigt das Entgelt um weitere 1,7 Prozent.

Besonders wichtig war der Tarifkommission, für die Auszubildenden eine überproportionale Steigerung zu erreichen. Mit Erfolg: Ab dem ersten Termin bekommen sie 50 Euro pro Monat mehr, ab dem zweiten nochmals 30 Euro. Das liegt deutlich über dem Prozentsatz, um den das Entgelt der übrigen Beschäftigten steigt.

Für wirtschaftlich schwache Betriebe bietet der Tarifvertrag die Möglichkeit, die Erhöhungen in Absprache zwischen den Betriebsparteien um jeweils einen Monat nach hinten zu verschieben. Besonders gut laufende Betriebe werden noch im Jahr 2019 eine Einmalzahlung von 200 bis 300 Euro leisten.

Eine wichtige Forderung war auch die Erhöhung des Urlaubsgelds. Es steigt ab dem Jahr 2020 auf 30 Euro pro Urlaubstag. Der Tarifvertrag läuft bis zum 31.7. 2021 bzw. 31.8. 2021.

  • Tarifabschluss Feinkeramik 2019
    Foto: 

    Wolfgang Lenders

    Christa Kropf, Porzellanfabriken Christian Seltmann: „Wenn ich den Abschluss vor dem Hintergrund unserer betrieblichen Situation sehe, bin ich sehr zufrieden. Die 3,1 Prozent werden bei uns gut ankommen. Beim Urlaubsgeld ist der Anfang gemacht, da müssen wir jetzt dranbleiben.“

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Außerdem verpflichteten sich die Tarifvertragsparteien, ab dem 4. Quartal 2019 Verhandlungen zur Einführung eines bundesweit verbindlichen Entgeltrahmentarifvertrags aufzunehmen. Sie sollen zum 31. Dezember 2021 abgeschlossen sein. Er soll die bestehenden Lohn- und Gehaltsrahmentarifverträge ablösen, um eine Gleichstellung zwischen qualifizierter gewerblicher Tätigkeit (Löhne) und Angestelltentätigkeit (Gehälter) zu erreichen.

IG-BCE-Verhandlungsführer Hans-Joachim Gerloff: „Der heutige Tarifabschluss ist ein sehr gutes Ergebnis für die Feinkeramische Industrie West. Dabei haben wir die Breite, die wir in der Branche haben, einfließen lassen. Wir haben eine gute Differenzierung hinbekommen, die alle Segmente ausreichend würdigt. Die Tarifkommission hat mit einer eindeutigen Mehrheit diesem Ergebnis zugestimmt. Jetzt gilt es, den Abschluss in den Betrieben zu diskutieren und umzusetzen. Ich hoffe, dass wir dadurch auch neue Mitglieder gewinnen werden.“

Wolfgang Lenders

Tarifabschluss Feinkeramik 2019
Die feinkeramische Industrie umfasst die Sparten Porzellan, Sanitärkeramik, Fliesen und technische Keramik. Regionale Schwerpunkte liegen in Oberfranken, in der Oberpfalz, im Saarland, im Schwarzwald sowie in den Regionen Stuttgart, Nürnberg und Neuwied.