Bezirksdelegiertenkonferenz 2017

In unserem ELEMENT

Brehna. „Wir sind in unserem Element, wenn es darum geht zu gestalten“, begrüßt Erhard Koppitz, Bezirksleiter IG BCE Halle-Magdeburg die rund 100 Teilnehmer auf der 7. Ordentlichen Bezirksdelegiertenkonferenz am 11. März 2017. In seiner Begrüßung geht Koppitz auch darauf ein, dass die IG BCE im Jahr 2017 mit 20 Jahren Bestehen ein besonderes Jubiläum feiert und auch das Land Sachsen-Anhalt mit 500 Jahre Martin Luther in Feierstimmung ist. „Der eine hat 95 Thesen an die Kirche geschlagen und wir haben unsere gewerkschaftlichen Standpunkte“, führt Koppitz weiter aus. „Martin Luther hat gepredigt, wir predigen nicht, wir gestalten."

Fotostudio Gisela Saray

In unserem Element
11.03.2017
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„Und Martin Luther hat reformiert – das machen wir auch, jeden Tag und in vielen Bereichen: ob in den Betrieben, mit den Gremien oder auch in der Politischen Landschaft der Regionen. Und es ist schön, dass ihr uns dabei begleitet und diese Prozesse mitgestaltet.“ Dr. Karamba Diaby, Mitglied des Bundestages, geht in seinem Grußwort auf die verschiedenen sozialpolitischen Felder ein, die nicht nur von der Politik, sondern auch von der IG BCE als Partner mitgestaltet werden: „Gerade in unserer Region brauchen wir wieder starke Tarifbindung, einen sozialen Arbeitsmarkt und starke Mitbestimmung und diesen Weg möchte ich gerne mit euch gemeinsam weitergehen.“ Susanne Wiedemeyer, Landesbeauftragte DGB Sachsen-Anhalt, führt die Themen ihres Vorredners weiter aus, in dem sie auch den Politischen Auftrag des DGB in den Regionen hervorhebt: „Der DGB arbeitet in eurem Auftrag – wir unterstützen eure Interessen im politischen Dialog. Wir sind zwar Parteiunabhängig, aber wohl politisch im Interesse der Mitglieder unterwegs.“ Damit verweist sie vor allen Dingen auf die Bundestagswahl im September 2017 und richtet den Appell an die Delegierten und Gäste, sich die Kandidaten auf den Listen genauer anzuschauen.

Oliver Heinrich, Landesbezirksleiter IG BCE Nordost, geht in seiner Begrüßung auf das Ringen rund um die Arbeitszeit in der chemischen Industrie der neuen Bundesländer ein. „Auch wenn wir in der Tarifrunde auf die vierte Runde im April zugehen, haben wir schon einen großen Schritt gemacht: Wir sind bei dem Thema des Wie und nicht mehr des Ob.“ Forderung der IG BCE ist es, die Arbeitszeit anzugleichen und moderne Arbeitszeitmodelle zu entwickeln, sowie Regelungen zur Entgrenzung der Arbeit zu schaffen. „Der Druck muss auf dem Kessel bleiben und die Aktionen in den Betrieben müssen weiter laufen. Gute und flexible Arbeitszeitmodelle sind möglich, sind aber für die Arbeitgeber nicht zum Nulltarif zu haben.“

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion wurde das Thema „Gute Arbeit im Zeitalter der Digitalisierung“ mit Gästen aus Politik, Gewerkschaften und Betrieben besprochen. Prof. Dr. Willingmann, Wirtschaftsminister des Landes Sachsen-Anhalt bringt ein wichtiges Thema in die Diskussion: „Arbeitsplätze werden durch Digitalisierung verloren gehen und gleichzeitig entstehen neue Jobs.“ Eine besondere Herausforderung sieht der Minister vor allen Dingen in der Frage der Erhaltung möglichst vieler Arbeitsplätze in der digitalisierten Arbeitswelt. Peter Hausmann, Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstandes der IG BCE, meint dazu: „Der Industriestandort Deutschland bringt viele Grundlagen mit: das wären einerseits bereits qualifizierte und gut ausgebildete Facharbeiter in den Betrieben, eine gute staatliche Begleitung und Förderung sowie aktive und gut aufgestellte Mitbestimmung. Das schafft Sicherheit.“ Aber auch die Kehrseite muss betrachtet werden, so führt Annette Hermann, Betriebsratsvorsitzende MPA Pharma, aus, dass zwar der Prozess der Digitalisierung im Unternehmen beginnt, die Beschäftigten jedoch nicht mitgenommen werden. Und auch Susanne Wiedemeyer, DGB, bekräftigt, dass nach dem DGB Index gute Arbeit nur wenige Beschäftigten angeben, aktiv an den Prozessen beteiligt zu werden, obwohl sie direkt betroffen sind. Joachim Nowak, Betriebsratsvorsitzender InfraLeuna, zeigt auf, das die Komplexität der Stellen sich erweitern wird und das muss so gestaltet werden, dass sich die Beschäftigten mitgenommen fühlen. „Der Prozess sollte nicht als Risiko, sondern als Chance verstanden werden, die aber nicht Konfliktfrei ist.“ Erhard Koppitz fasst die Diskussion als Moderator zusammen: „Wir wollen, dass Gute Arbeit im Land etabliert wird und brauchen dafür auch die Unterstützung der Politik.“

Auf der Konferenz wurde weiterhin der neue Bezirksvorstand des Bezirkes Halle-Magdeburg gewählt und 14 Anträge beschlossen, die nun an die weiteren Konferenzen und den Gewerkschaftskongress weitergeleitet werden.

Als besonderen Höhepunkt zeichnet der Bezirk den Kollegen Klaus Dieter Weißenborn mit der Verdienstmedaille der IG BCE aus. Der Kollege Weißenborn ist seit 1970 Mitglied in der IG BCE und aktives Gründungsmitglied einer Ortsgruppe. Aktiv in der SPD, vor allen Dingen in dem Thema Rente ein kompetenter Absprechpartner und Verfechter in politische Diskussionen. Der Bezirk bedankt sich mit dieser Ehrung für die jahrelange Treue und Ehrenamtliche Arbeit für und mit der IG BCE.

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