Tarifarbeit

Erzwingung eines Haustarifvertrages

Weißandt-Gölzau. Am 27.09.2016 wurde vor den Toren der Pergande Group eine aktive Mittagspause durch den Bezirk Halle-Magdeburg der IG BCE mit den Beschäftigten der zu der Pergande Group gehörenden Firmen durchgeführt. Ziel der aktiven Mittagspause war, dem Arbeitgeber vor Augen zu führen, dass die zum Stillstand gekommenen Verhandlungen über einen Entgelttarifvertrag weder fair sind noch die Blockadehaltung des Arbeitgebers ein gangbarer Weg sein kann.

IG BCE Halle

Tarifarbeit Pergande

Bei schönstem Wetter kamen insgesamt über 80 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor die Tore um bei Kaffee, Donats und Erfrischungsgetränken ihren Unmut über die Verweigerungshaltung des Arbeitgebers zum Ausdruck zu bringen. Kurz vor der Veranstaltung hatte der Arbeitgeber ein vages Angebot über Lohnerhöhung in Belegschaftsversammlungen unterbreitet, allerdings sollte eine gerechte und faire Eingruppierung über einen Entgelttarifvertrag weiterhin hinaus gezögert werden. Die angebotene Lohnerhöhung sollte zwischen 0 und 5 Prozent liegen, der Geschäftsführer Herr Peglow legte sich aber bei dem Angebot weder fest, noch wollte er auf sein Entscheidungsrecht und die Nasenprämienpolitik verzichten.

IG BCE Halle

Tarifarbeit Pergande
 

Im Juli 2014 hat sich die zuständige Gewerkschaft IG Bergbau Chemie Energie erstmals mit der Forderung, eine Tarifbindung herzustellen, an die Geschäftsführung gewandt. Seit März 2015 wurden Verhandlungen zu einem Haustarifvertrag im Unternehmen geführt. Dabei geht es v.a. um einen Entgelttarifvertrag einschließlich eines Entgeltgruppenkataloges. Damit will die IG BCE in erster Linie Lohngerechtigkeit durch ein einheitliches, transparentes System der Einordnung jeder Tätigkeit herstellen. In den Folgejahren ist dann eine Steigerung der Entgelte notwendig, da nicht wenige Mitarbeiter für Mindestlohn oder knapp darüber arbeiten. Auf Wunsch der Geschäftsführung haben wir auch über einen Manteltarifvertrag verhandelt.

Nach 1,5 Jahren Verhandlungen zu diesen und fast fertigen Tarifverträgen hat die Geschäftsführung mitgeteilt, dass sie nicht mehr bereit ist, mit der IG BCE über Entgelt zu verhandeln. Darauf hat die gewerkschaftliche Tarifkommission das Scheitern der Verhandlungen erklärt, um den Weg für Arbeitskampfmaßnahmen frei zu machen. Es kann nicht sein, dass ein modernes mittelständisches Unternehmen viel Geld investiert, seine Mitarbeiter aber auf der Strecke lässt. Selbst für Schichtarbeiter ist das Lohnniveau nicht nur ungerecht sondern knapp über Mindestlohn und ohne weitere Ansprüche zu niedrig.

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